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Sonderwaldreservat Amden

2/9/2022

 

Natur hautnah erleben: Exkursion mit Führung im Sonderwaldreservat Amden

Das Waldreservat Amden befindet sich in den Randalpen der Nordostschweiz oberhalb von 1040 m ü. M. Mit Revierförster Manuel Gmür tauchen wir ein in Gebiete von besonderer Schönheit und mit etwas Glück lassen sich vielleicht geheimnisvolle Bewohner beobachten.
Treffpunkt Vorder Höhi: Dort wurden wir, wie geplant, um 13:30 Uhr von Manuel Gmür herzlich in Empfang genommen und bereits ging`s weiter, steilen Weges, in Richtung Flügenspitz.

Heidelbeer-Tannen-Fichtenwald, häufiger Lebensraum der Auerhühner. Auf einer ganz besonders eindrücklichen Waldlichtung erklärte uns Manuel welche Voraussetzungen unumgänglich sind, damit sich Fauna und Flora weiterhin so erfolgreich fortpflanzen und natürlich ergänzen. Auerhühner verbringen den Tag mit Nahrungssuche am Boden und die Nächte verschlafen sie geschützt in den Kronen der Nadelbäume. Da der Auerhahn bis zu 5,5 kg Gewicht mitbringt braucht er zum Abheben Waldschneisen, damit mit Anlauf, im Abwärtsflug der Schlafplatz erreicht werden kann. Dass man beim Anlaufnehmen auch mal auf die Nase fallen kann, ist vielleicht die Erklärung, warum der Auerhahn einen besonders ausgeprägten Stirnknochen besitzt. Die überlebenswichtigen Waldschneisen zu erhalten und zu pflegen ist eine der unzähligen Aufgaben der zuständigen Förster. 

Totholz hat Berechtigung und leistet einen wichtigen Beitrag an die Biodiversität. Manuel führte uns zu einem besonders eindrücklichen Exemplar, das sich uns wie eine riesige Skulptur präsentierte. Zum einen beherbergt Totholz tausende Arten von Insekten und Pilzen die wiederum als Nahrungsgrundlage für andere Lebewesen dienen. Die Beziehung zwischen Borkenkäfer und Dreizehenspecht: Dieser frisst im Tag ca. 2000 Larven und Käfer, zudem nutzen andere Tierarten seine alljährlich neu angelegten Bruthöhlen für ihre Bedürfnisse. Auf liegendem Moderholz wachsen junge Bäume nach, denn diese benötigen einen erhöhten, lichten Standort. Vorsichtig schritten wir durch Heidelbeersträucher um den Standort zu wechseln. An einer abschüssigen Stelle am Waldrand tat sich uns nun die Weite und Schönheit der besonders geschützten Gebiete auf. Beim Abstieg, mit herrlichem Blick ins Säntisgebiet, freuten wir uns auf eine kulinarische Stärkung beim Altschen. Bei einem feinen Trunk, selbstgebackenen Olivenbrot und Pizzaschnecken durften wir Manuel noch viele Fragen stellen und diskutieren. Beschenkt wurden wir mit der wundervoll gestalteten Broschüre des Sonderwaldreservats Amden. Im Jahr 2006 wurde die Ortsgemeinde mit dem Waldpreis der Binding Stiftung ausgezeichnet. Das Preisgeld ermöglichte die Erstellung dieser Broschüre. Sie soll beitragen, unser Sonderwaldreservat zu Förderung des Auerhuhns kennen zu lernen. 

Es war ein eindrücklicher, goldener Tag, der Himmel war teilweise so blau, als hätte er mit den Wolken einen Deal gemacht und schon entschwanden  29 fröhliche Wandervögel in alle Himmelsrichtungen. 
Exkursions-Führung: Manuel Gmür
Organisation / Bericht: Erika Schärer

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