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Vortrag Migration

23/11/2016

 

Migration als tägliche Herausforderung

Nach einer Einführung von Marco Badilatti stellte Jürg Eberle seine interessante Arbeit in Form einer power point Präsentation vor. Etwa 40 Besucher lauschten gespannt seinen Ausführungen.
 
«Wenn alle Personen in der Schweiz sprachlich, schulisch, arbeitstechnisch, gesundheitlich und gesellschaftlich integriert sind, haben wir alle Herausforderungen gelöst», fasste Jürg Eberle am Mittwochabend seine Ausführungen zusammen. Der Leiter des Migrationsamts des Kantons St. Gallen sprach auf Einladung des Vereins Kultur Amden über seine berufliche Tätigkeit. «Doch wie kommen wir dahin», stellte er die zentrale Frage. Dass der Begriff der Migration bei vielen Bürgern einen negativen Beigeschmack hat, erlebt Eberle immer wieder. Dies müsse angegangen werden, ist er überzeugt. Seit im Mai letzten Jahres bekannt wurde, dass in Amden ein Asylzentrum geplant sei, nimmt sich der Verein Kultur mit einer Veranstaltungsreihe des Themas an. Rund 40 Interessierte lauschten im Gallus-Saal der Faktenpräsentation. Auch wenn die Einwanderung in die Schweiz seit 2013 rückläufig ist, wird die Migration als wichtiges Problem wahrgenommen. Eberle verwies auf eine Erhebung, welche diese These untermauert. Wurde früher die Gesundheit als bedeutsamste Aufgabe definiert, ist es nun die Migration und die sogenannte Ausländerfrage. Eberle zeigte in Amden, dass die ständige ausländische Wohnbevölkerung mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz rund zwei Millionen Menschen zählt. Die meisten kommen aus Italien, Deutschland und Portugal.
 
Ablauf von Wegweisungen Detailliert erklärte Eberle, wie im Falle einer Ablehnung eines Asylgesuchs oder der Aberkennung des Asylantenstatus vorgegangen wird. Wie schnell jemand die Schweiz verlassen muss, hänge etwa von der Aufenthaltsdauer ab und ob durch die Wegzuweisenden die öffentliche Sicherheit gefährdet werde. Dabei können vor allem Krankheitsfälle, nicht kooperierende Rückführungsstaaten oder fehlende Papiere den Prozess verlangsamen. Grundsätzlich wird die selbständige Rückreise angeboten, wobei der Weg zum Flughafen und der Flug organisiert und bezahlt werden. «Der Grossteil der Asylsuchenden wählt das», sagte Eberle. Weigert sich die Person, wird sie von der Polizei bis zum Gate am Flughafen begleitet. Kommt es dort zu Tumulten, fliegen mindestens zwei Polizisten mit dem Weggewiesenen bis ins Rückführungsland. Die allerletzte Variante liess aufhorchen. Im schlimmsten Fall wird laut Eberle ein Flugzeug gechartert, das mit Auszuschaffenden gefüllt wird. Dabei ist eine grosse Zahl von Polizisten, medizinischem Personal, Vertretern der Zielländer sowie Mitgliedern der Antifolterkommission. «Wenn wir solche Möglichkeiten zur Durchführung der Gesetze nicht haben, werden dies zur Farce», merkte Eberle an.
 
Arbeitsbeschaffung sekundär Während der Abklärungen, ob ein Asylantenstatus erteilt wird, liegt laut dem Leiter des Migrationsamt der Fokus auf Strukturen. «Wer jahrelang unterwegs war, braucht in erster Linie fixe Abläufe», erklärte er. Das Thema der Arbeitsbeschaffung beschränke sich auf Ausländer mit Bleiberecht. Erst bei einem positiven Entscheid werde rücke die Integration ins Zentrum. Vorher versucht man die Rückkehr schmackhaft zu machen. Zürichseezeitung vom 25.11.2016 
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