Kultur Amden
  • Programm
  • Verein
    • Mitgliedschaft
    • Versammlung
    • Vorstand
  • Partner
  • Archiv
    • AmmlerBrugg >
      • Medienberichte
    • Otto Meyer-Amden
    • Rüti Sepp & Co.
    • Franz Baumberger

Das ideale Bergdorf

9/5/2022

 

​Das ideale Bergdorf 

Die Initiative «Bergsteigerdörfer» könnte Amden mit weiteren ähnlichen Orten im Alpenraum vernetzen. Offen ist, ob Amden die nötigen Kriterien erfüllt.
 
Von Urs Roth aus der Ammler Zitig Nr. 286 vom Juni 2022
 
Amden, ein Bergsteigerdorf? Mit dieser Frage gingen wohl die meisten der Interessierten am 9. Mai in den Saal Amden zum Anlass zu diesem Thema. Philipp Wäger, Geograf und Klimawissenschafter, ist Ressortleiter für Umwelt und Raumentwicklung beim SAC. Er informierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe von Kultur Amden über die Initiative «Bergsteigerdörfer». Die Initiative sei vom Österreichischen Alpenverein ins Leben gerufen worden und erstrecke sich mittlerweile – mit Ausnahme von Frankreich – über den ganzen Alpenraum. 36 Dörfer gehörten zurzeit dazu. Die Schweiz sei mit St.Antönien und Lavin, Guarda und Ardez vertreten. Mit dem Label «Bergsteigerdorf» soll eine Gästeschicht angesprochen werden, die sich Urlaubsorte aussucht, in denen es noch einigermassen «normal» zugeht. Welche Kriterien für die Aufnahme in den Kreis der Bergsteigerdörfer erfüllt werden müssen, darüber hat der Verein Kultur Amden in der letzten Ausgabe der Ammler Zitig informiert: kleiner Ort, intakte, gebirgige Landschaft, keine grossen Infrastrukturen, naturnaher Tourismus. Der Begriff «Bergsteiger» ist dabei nicht allzu eng gefasst – der Bergsteiger muss nicht unbedingt ein Kletterer sein.
 
Die Wasserkraft steht im Weg
Ziel eines Bergsteigerdorfes sei unter anderem die Bewahrung der Kultur und Landschaft, die Förderung lokaler Produkte, umweltfreundliche Mobilität, Vernetzung im Alpenraum. Ob Amden als Bergsteigerdorf infrage kommen könnte, hängt mit den Ausschlusskriterien zusammen, wie sich im weiteren Verlauf der Veranstaltung und in der anschliessenden Diskussion zeigte. Das Label erhält ein Ort zum Beispiel dann nicht, wenn technische Anlagen die Landschaft dominieren oder wenn kein dörflicher Charakter vorliegt. Ein Killer seien für gewöhnlich Produktionsanlagen für Wasserkraft, so Wäger in seinen Ausführungen. Der Österreichische Alpenverein, der als Gründer das Vetorecht habe, würde Dörfer mit derartigen Anlagen ablehnen. Dies sei am Lukmanierpass geschehen, obwohl der dortige Stausee immerhin zehn Kilometer vom fraglichen Ort entfernt sei. In Amden könnte diesbezüglich der Stausee Muslen im Weg zum Bergsteigerdorf stehen. Ob hier in absehbarer Zeit ein Umdenken – und eine höhere Akzeptanz von Wasserkraft in den Bergen – stattfinden wird, war eine der grossen Fragen in der Diskussion. Aber auch ob Amden einen genügend dörflichen Charakter aufweisen würde, dürfte ungewiss sein.
Ob sich Amden für das Label Bergsteigerdorf bewerben soll oder nicht, blieb an diesem Abend offen. Einig war man sich darüber, dass es eine – weitere – Gelegenheit wäre, sich touristisch zu positionieren. Nämlich eben als gut erschlossenes Dorf mit intakter Landschaft, Naturschönheiten, kulturellen Besonderheiten. Ebenso einig war man sich, dass hinter einem derartigen Vorhaben sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Leistungsträger des Tourismus vorbehaltlos stehen müssten. 

Das Fli im Wandel der Zeit (2. Teil)

20/4/2022

 

Die Geschichte und Entwicklung des Fli in einem Bildervortrag

aus der Ammler Zitig Nr. 285 zur Verfügung gestellt und verfasst von Urs Roth
Die Geschichte des Fli hängt stark mit der Regulierung der Linth zusammen. An einer gut besuchten Veranstaltung von Kultur Amden blickte Thomas Angehrn zurück auf eine bewegte Zeit für das Gebiet Fli.

«Die Geschichte des Fli-Amden hängt wegen der topografischen Situation viel enger mit der Geschichte von Weesen zusammen als mit jener von Amden.» Mit diesem Hinweis startete Thomas Angehrn seinen Vortrag über das Fli. Der Verein Kultur Amden hatte auf den 20. April zum zweiten Teil der Vortragsreihe «Das Fli im Wandel der Zeit – die Geschichte und Entwicklung des Fli» eingeladen. Ein erster Blick ging auf den Vergleich einer Übersichtskarte aus Mitte des 19. Jahrhunderts mit einer solchen der Neuzeit. Wenig erstaunlich – 1840 sind auf der Karte einige wenige Gebäude zu erkennen, heute ist das Gebiet fast vollständig überbaut. Anhand von alten Fotos aus unterschiedlichen Quellen vermittelte Thomas Angehrn einen Eindruck über das Leben und die Verhältnisse in alter Zeit.

Das Linthgebiet wird zum Sumpf
Um 1800 herrschten in der Region Weesen-Amden missliche Umstände. Grosse Holzschläge an steilen Hängen im Glarnerland bewirkten, dass die Linth immer mehr Geschiebe in Richtung Linthgebiet führte. In der Linthebene begann das Wasser langsamer zu fliessen, die Abflüsse verstopften, der Spiegel des Walensees stieg um bis zu fünf Meter an. Überschwemmungen, feuchtes Klima und Krankheiten waren die Folge, das Gebiet wurde nach und nach zum Sumpf. Betroffen davon war auch das Fli, und der Zugang nach Amden beschränkte sich auf einen Säumerweg. In jener Zeit hatte der Zürcher Hans Konrad Escher die geniale Idee, mit baulichen Massnahmen das Wasser aus dem Glarnerland abzunehmen und zu verhindern, dass es die Linthebene überschwemmte. Er entwarf den Plan, das Wasser mit einem neuen Kanal – der heute seinen Namen trägt – in den Walensee zu leiten und den Abfluss aus dem Walensee mit einem Kanal – der heutigen Linth – in den Zürichsee zu regeln. Das anspruchsvolle Vorhaben klappte. Verschiedenen Denkmäler zeugen von seinem Werk. Dies geschah im Übrigen zu einer Zeit, als die Region von einer weiteren Plage betroffen war: Französische Truppen hatten die Region besetzt und waren im Krieg mit dem österreichische Heer.

Das Nizza am Walensee
Nachdem Weesen nun von Überflutungen verschont blieb, blühte es richtiggehend auf, es kam zu einer «Belle Epoque» und Weesen wurde zu einem mondänen Kurort. Es wurde gar «das Nizza am Walensee» genannt. Dazu hat nicht zuletzt auch die Eisenbahn beigetragen. Der Bahnhof Weesen befand sich damals dort, wo sich heute das Schulareal der Oberstufe befindet. Sämtliche Züge legten hier einen Halt ein, so auch der Orientexpress zwischen Paris und Budapest. Diese Bahnlinie hatte bis in die 1960er-Jahre Bestand, als die Linie zwischen Ziegelbrücke und Sargans begradigt und der alte Bahnhof ausser Betrieb genommen wurde. Die «Belle Epoque» für Weesen dauerte bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs. Viele Hotels mit vornehmer Ausstattung boten Übernachtungsmöglichkeiten an, allen voran das Grand Hotel Schwert mit Dependance Mariasee, das Hotel Rössli, das Schlosshotel Mariahalden, das Hotel Du Lac, das Hotel Speer, das Erholungsheim Berolina, das Hotel Bahnhof, das Gasthaus Hirschen. Weesen verfügte im Jahr 1913 über mehr als 400 Betten. Pärke und Kurgärten in einer Grösse, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann, luden zum Flanieren ein.

Exkurs über Josua Klein
Die ehemalige Villa Seewarte, ähnlich einem Schloss mit einem grosszügig angelegten Park, befand sich neben der Fli-Kirche. 1890 hatte sie der Winterthurer Eisenwaren-Kaufmann Ernst Adolf Arbenz-Huber gebaut, in typischem Heimatstil, mit einem Turm auf der Nordseite, reichem Holzzierwerk am Dachstock, drei Terrassen auf der Südseite, einem Monumentalbrunnen mitten im Park, einem Tennisplatz, einem dichten Wegnetz, einem grossem Garten, einem Forellenweiher, einem Karpfenteich, einer Geflügelfarm, einem Gärtnerhaus, Treibbeeten und einem Bootshaus. Arbenz stand in geschäftlicher Beziehung mit dem König von Rumänien, der einige Male Weesen besucht hatte. Drei Jahre nach Arbenz’ Tod verkaufte sein Sohn die Villa samt Park im Jahr 1903 an einen gewissen Josua Klein aus Amden. Die Villa diente Josua Klein fortan zu Repräsentationszwecken und vor der Fertigstellung seines Neubaues „Grappenhof“ zur Unterbringung der ausländischen Besucher.
Josua Klein war 1867 bei Meran auf die Welt gekommen. Ab 1903 realisierte er in Amden für Sinn- und Gottsuchende den „Himmel auf Erden“ in einer Lebensreformer-Kolonie. Im Lauf des Jahres 1903 kaufte Josua Klein von Ammler-Bauern-Familien zehn Heimwesen, zwei Güter und ein Stück Boden, zusammen 13 Wohnhäuser und 25 Gaden. Sein Imperium erstreckte sich unterhalb des Dorfes Amden über die Gebiete Grappen, Port, Würzen, Tschingel, Bühl, Halden, Bächli, Eich, Zand-Blatten und Fahren sowie im Weiler Betlis auf die Lokalitäten Strahlegg, Gänsenstaad, Tränki und Höfli. Josua Klein beabsichtigte, drei monumentale Tempel zu bauen, und engagierte dafür den Berliner Tempelkünstler Fidus, der dafür mit seiner Familie den Berliner Haushalt auflöste und für zwei Jahre nach übersiedelte. Josua Klein ersuchte den Gemeinderat Amden um die Erteilung einer Konzession für den Betrieb einer elektrischen Bahn von Weesen über Amden nach der Bergspitze Speer. Nach zwei Jahren jedoch wurde das Geld knapp und Josua Klein wurde die Liegenschaften so schnell wieder los, wie er sie gekauft hatte. Die Lebensreformer-Bewegung im Grappen hatte viele Gäste, Bewohner und Künstler nach Amden gezogen. Klein selbst erlebte fortan unruhige Wanderjahre und starb 1945 in einer psychiatrischen Klinik in Wien.

Was fehlt: die Strasse nach Betlis
1840 wurde erstmals über eine breitere und ungefährlichere Fahrstrasse nach Amden – anstelle des steilen Treppenweges – gesprochen. Vierzig Jahre später, 1881, wurde mit den abenteuerlichen Bauarbeiten begonnen. Ein Jahr später wurde die Strasse eröffnet und schon bald verkehrte zweimal pro Tag eine Postkutsche auf der Strecke Weesen-Amden. Die Gesamtkosten betrugen 225‘000 Franken. In Amden brach eine Strassenbau-Euphorie aus. 1889 beschloss der Gemeinderat ein äusserst ambitiöses Strassenbauprogramm: Richtung Arvenbüel, Hinterberg, Schöpfsack, Bächli-Schwanden, Kirchstrasse, Durschlegistrasse. Was aber fehlte, war eine Strasse nach Betlis. 
Die Bewohner von Betlis waren nicht zufrieden und verlangten, der Gemeinderat möge «das Projekt der Erstellung eines fahrbaren Strässchens von Fly nach Bättlis ernstlich und wohlwollend in Erwägung ziehen». Es folgte ein jahrelanges Hin und Her zwischen den Betlisern, dem Gemeinderat und dem Kanton, und erst 1903 begann das Baugeschäft Toneatti & Hösli aus Glarus mit den Bauarbeiten, nachdem es sich gegen verschiedene Konkurrenzunternehmen durchgesetzt hatte. Zuvor, im Jahr 1895, war das Vorhaben vorübergehend sistiert worden und ein Streit über die Arbeitsvergebung musste beigelegt werden. Die Betliser leisteten einen Beitrag von pauschal 5'000 Franken an die Gesamtkosten von 100'000 Franken, die Gemeinde Weesen – aufgrund des damaligen Strassengesetztes – einen solchen von 15'000 Franken. Der Beitrag der Gemeinde Weesen führte zu einem dreijährigen Rechtsstreit, der alle kantonalen Instanzen beanspruchte und unter anderem ein Betreibungsverfahren zwischen den Gemeinden verursachte.

Steinbrüche und Bergsturz zu einem späteren Zeitpunkt
Eigentlich waren für den zweiten Teil der Geschichte über das Fli Steinbrüche und Bergsturz als Schwerpunkte vorgesehen. «Darüber auch noch zu berichten, hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt», erläuterte Thomas Angehrn am Schluss seiner Ausführungen. Bei Bedarf werde er gern darauf zurückkommen, spätestens im Jahr 2024, wenn es an der Zeit sei, sich 50 Jahre an den Bergsturz zwischen Amden und Weesen zurück zu erinnern.

16. Mitgliederversammlung

21/3/2022

 

16. Mitgliederversammlung

Die Präsidentin Rösli Ackermann begrüsste die 29 Anwesenden zur 16. Mitgliederversammlung von Kultur Amden im Restaurant Löwen, Amden. Die Vorschriften vom Bund betreffend Corona Virus wurden gelockert, man darf sich endlich wieder ohne Maske zulächeln. Nachdem ordentlichen Teil der Versammlung dankte die Präsidentin den Anwesenden für Ihre Treue zu Kultur Amden und dem Vorstand für die fruchtbare Zusammenarbeit. Schluss der ordentlichen Mitgliederversammlung: 19:00 Uhr

Anschliessend: Kurzvortrag von Manuel Gmür, Revierförster Amden Weesen
Interessantes aus dem Ammler Wald: von 2658 ha Waldfläche sind 70% Schutzwald, welcher besonders gehegt wird, da er vor Steinschlag, Erdrutsch und Lawinen schützt. Ohne unsere Lawinenverbauungen wäre das winterliche Amden kaum bewohnbar.
Das aussergewöhnliche Amdener Sonderwaldreservat, mit seiner vielfältigen Fauna und Flora, erhielt 2006 den Bindings Preis. Dem Auerhahn gilt besondere Aufmerksamkeit. Der bis zu 5,5 kg schwere Hühnervogel benötigt zum Abheben Waldschneisen um die Nadelbaumkronen zu erreichen, wo er übernachtet und sich von deren Nadeln ernährt. Manuel erklärt, dass Totholz grosse Mengen Insekten wie auch Borkenkäfer beherbergt, welche wiederum für viele Vogelarten, besonders für Schwarz- und Dreizehenspechte überlebenswichtig sind.
Danke Manuel für den überaus kompetenten und kurzweiligen Vortrag.

Apéro riche: Bei leckeren Häppchen, feinem Quintener-Wein, diskutierten wir noch lange fröhlich und liessen den Abend ausklingen.
​
Text: Erika Schärer

Die Nacht braucht Dunkelheit

9/2/2022

 

Der Homo Luxus und die Nacht

Wir machen die Nacht zum Tag. Mit künstlichem Licht verlängern wir unsere Tage, mit Beleuchtung versuchen wir Sicherheit zu erreichen. Wir haben vergessen, dass Natur und Mensch nachts nur dann Ruhe finden, wenn es wieder dunkel wird. Der Respekt gegenüber allem Leben erfordert natürliche Dunkelheit.
Lichtverschmutzung, also zu viel künstliches Licht zur falschen Zeit am falschen Ort, sind Mitgründe für das weltweite Insektensterben. Fluginsekten sind lichtempfindlich und werden von künstlichen Lichtquellen angezogen wie von Staubsaugern und fehlen dann in ihrem Lebensraum. Dieser Effekt ist mittlerweile gut bekannt. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der Staubsaugereffekt auch unter Wasser gilt und dass die derzeitigen Strategien zur Verringerung der Auswirkungen der Lichtverschmutzung nicht weit genug gehen, um aquatische Insektenarten zu schützen.
Da der «Nutzen» der nächtlichen Beleuchtung aber auf bestimmte Orte und Tätigkeiten beschränkt ist, würden alle Arten profitieren, wenn die Lichtverschmutzung reduziert würde und Dunkelkorridore (beispielsweise städtische Parks) konsequent dunkel blieben und neue Dunkelinseln in der Stadtlandschaft etabliert würden.
«Für den Schutz von Fluginsekten wird empfohlen, den Blauanteil des Lichts zu reduzieren, dies hilft aber nicht den Wasserinsekten. Daher wäre es für die Beleuchtung an Gewässern sicher sinnvoll, sich auf andere Massnahmen zu konzentrieren – beispielsweise die direkte Beleuchtung von Wasseroberflächen generell zu vermeiden sowie die Beleuchtungsintensität und Dauer gewässernaher Bereiche massiv zu reduzieren.
Zum Thema, welche Beleuchtung und wie viel Licht noch zu verantworten ist, beantwortete  Herr Bodenmann kompetent unzählige Fragen der Anwesenden.

Referent: Roland Bodenmann, Lichtplaner, Vorstandsmitglied DARK SKY SWITZERLAND
Organisation Erika Schärer

Lunana: A Yak in the Classroom

11/12/2021

 

Ein berührender Spielfilm aus Bhutan

Ein ungewöhnlich feinfühliger, bewegender Film der mitten ins Herz trifft. Ein junger Lehrer aus der Stadt wird ins entlegene Lunana-Hochgebirgstal geschickt und macht sich widerwillig auf den Weg durch die bezaubernde Bergwelt. Vor Ort trifft er auf eine Gemeinschaft, die ihn mit Respekt betrachtet. Nur ein Lehrer könne «die Zukunft der Kinder berühren». Der wunderschöne Spielfilm aus Bhutan wurde in Lunana auf 3'700 bis 4'200 m ü.M. mit Solarenergie und LaiendarstellerInnen gedreht, die dort die wohl abgelegenste Schule der Welt besuchen.
Ein Liebesfilm in Zeitlupe, möchte man sagen, so sanft ist er in seinen Annäherungen. Ugyen lebt in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans. Eigentlich träumt er davon, nach Australien auszuwandern und dort als Musiker Karriere zu machen. Doch er wird dazu verknurrt, sein letztes Lehrjahr als Lehrer in Lunana zu verbringen. Dort steht im Dorf Lhedi (3'730 M.ü.M.) die wohl abgelegenste Schule der Welt, warten ein Dutzend Kinder wissbegierig darauf, unterrichtet zu werden. Sie wären der Traum eines jeden Lehrers, aber nicht der von Ugyen. Er will runter und weg. So einfach geht das allerdings nicht, denn Lunana liegt an den Hängen des Himalaya und ist nur in einem achttägigen Treck erreichbar.
Pawo Choyning Dorji lädt uns in seinem ersten Spielfilm ein, die Reise mit Ugyen zu unternehmen und ein Dorf kennenzulernen, in dem auch die Kinder mit wenig zufrieden sind. Die Geschichte, die er erzählt, setzt sich aus wahren Begebenheiten zusammen, die Menschen spielen sich selber. Das Mädchen Pem Zam etwa, es rührt das Herz Ugyens und unseres. Er, der den Beruf des Lehrers an den Nagel hängen wollte, erfährt hier mehr übers Schule geben als in seiner Ausbildung. Und er scheint auch besser zu spüren, was das «Bruttosozialglück» bedeutet, dass der König seinem Land verordnet hat und höher gewichtet als das Bruttosozialprodukt. Der Film «Lunana» ist so etwas wie die Suche nach dem Glück, das wir gerne weit weg wähnen, wo es doch ganz nah sein kann. Über die hübsche Sandon und ihre Lieder lernt Ugyen Mythen des Gebirges kennen und ahnen, dass es in Beziehungen auch Tiefe und Glück geben kann. Ihre Annäherung geschieht ganz leise, in Zeitlupe, möchte man sagen.
Die Dorfbewohner leben mit ihren lebenswichtigen Yaks in Eintracht. Yaks spenden Wärme, Nahrung und Arbeitsunterstützung. Der Yak lebt in grosser Höhe und ernährt sich von Gras. Der Bulle hilft, Lasten bis zu 130 kg zu transportieren, die Kuh liefert Milch, die zu Butter und Käse verarbeitet wird.
In der Aula, Amden durften wir, ganz komfortabel, diesen eindrücklichen Film geniessen.

Tony Ettlin und Air Collage

17/11/2021

 

Geschichten, Dialektgedichte, Wortspielereien und Musik

Nach dem fakultativen Nachtessen im Restaurant Rössli, Amden, erwartete die rund zwanzig anwesenden Gäste ein ganz besonderes Dessert: Geschichten, von Tony Ettlin humorvoll vorgetragen, virtuos begleitet und musikalisch erzählt durch «Air Collage», mit Marcel Roth auf dem Akkordeon und Markus Tinner auf der Klarinette. Die Freude an der Sprache, die Lust am Erzählen von Geschichten, die berühren, ein Schmunzeln auslösen und zum Nachdenken anregen, war von Beginn weg spürbar bei Tony Ettlin, der sich selbst als «Schreibender» bezeichnet, aber auch bei den beiden Musikern.
 Den Einstieg machten Texte aus der Jugend des Autors in Stans, oder präziser, in der «Freien Republik Schmiedgasse» in Stans. Die Geschichte über die allgegenwärtigen Mehlkäfer in der elterlichen Bäckerei weckte in manch’ einem der Zuhörenden Erinnerungen, und die träfen Namen einzelner Quartierbewohner oder die abschliessende Lektion in Nidwaldner Deutsch demonstrierten auf eindrückliche Art die schweizerische Dialekt-Vielfalt.
 Fantasievolle Wortspielereien, sogenannte Anagramme, mit einem Augenzwinkern lustvoll vorgetragen sind eine besondere Spezialität des Autors. Aus KULTURVEREIN AMDEN wurde DAMEN VERULKTEN URI / TAUMELN IN DER KURVE / EIN RAUM VERDUNKELT / ENTE RUND UM KLAVIER. Oder, etwas komplizierter, KULTURVEREIN AMDEN: WAS IST KULTUR? wandelte sich in VERTRAU DEM WLAN: LIQUEUR IST KUNST! / WER KUESST DUR-KLAVIATUR IM TUNNEL? ...
 Aus dem täglichen Leben berichteten die Kurzgeschichten nach der Pause, zum Teil in überspitzter Form und oft mit überraschender Pointe: Tiefgründig aber immer wieder gut für ein leises Schmunzeln und hin und wieder auch ein herzhaftes Lachen. Sie wurden von den beiden Musikern eingeleitet, mit Tönen untermalt und einfühlsam mitgestaltet oder gar ohne Worte einzig mit eigenwilligen Melodien und dem virtuosen Spiel von Akkordeon und Klarinette «erzählt». Beeindruckend.
 Einige Kürzest-Geschichten rundeten den zweistündigen Vortrag ab. Geistreich, kurzweilig und humorvoll: Ein gelungener Abend!

Micahel von der Heide: Jubiläumskonzert in Amden

16/10/2021

 

Michael ist angekommen – auf der Ammler Bühne

Michael von der Heide bringt am 16. Oktober die grosse Welt in den ausverkauften Gemeindesaal, zeitgleich ist sein 50. Geburtstag. Als Special Guests hat er dazu den Ammler Männerchor eingeladen sowie Blues-Sängerin Christina Jaccard, sie sorgen für weitere Höhepunkte.
Ungeplant löst eine Gratulantin tiefe Emotionen aus. Eigentlich ist es unmöglich, diesen Abend voll Musik, spannenden Erinnerungen und ausdrucksstarken Bildern zu beschreiben. Der Entertainer Michael von der Heide zieht das Publikum gänzlich in seinen Bann, seine Vielseitigkeit fasziniert. Dorf und grosse Welt «Eines Morgens stand ich dann am Bahnsteig, an dem Schienenstrang zur grossen Welt» (In dieser Stadt, aus Rio Amden Amsterdam, 2019), damit zündet Michael mit seiner fünfköpfigen Band das Musik-Show-Feuerwerk. Im Refrain singt er passend: «In diesem Dorf kenn ich mich aus, hier war ich mal zu Haus. » Auch die Band startet durch, der Trompeter Lukas Thöni begeistert blitzartig mit seinen Soli das grosse Publikum. Passend zum Fest präsentiert sich auch unser Dorf, denn in der Ammler Sonne leuchten die ersten bunten Blätter und jetzt strahlt der Mond von einem wolkenlosen Himmel durch die Glasfront herein. Ja, Michael hat die Welt erkundet, kennen gelernt, so in Paris, London oder in deutschen Grossstädten. Ob Französische Ambiance mit «Paris, c`est toi» (St. Germain Version, 2021) oder Deutsche Szene mit «Immer, wenn du denkst» (2008), beides kann er auf die Dorfbühne zaubern. Vergänglichkeit und Zeit Ein runder Geburtstag bietet sich an, um rückwärts zu blicken. Michael erzählt unterhaltsam, witzig bis ironisch, hin und wieder mit einer kritischen Würze. Damit zeigt er eine grosse Palette auf: Kindergarten: Ordensschwester verunsichert den Kleinen wegen Ewigem Licht. Drogerie Kundert: Michael als regelmässiger Bravo-Käufer. Molki: enormer Chäsli-Einkauf für die Poesie-Alben. Talstation Sessellift: erste Rendite mit dem Lied «Du und ich sind Brüederli». Nun wird auf der Bühne die Zeit angehalten, denn Michael widmet «Le Paradis Blanc» (2021) seinem verstorbenen Vater, darin besingt er eine heile Welt, begleitet nur von Gitarre und Klavier. Weiter erzählt er über seine schwierige Berufswahl, es musste etwas sein, das Sinn gäbe. Dank einer Blinddarm-Behandlung im Spital Uznach entdeckte er den Pflegeberuf. Pflegen und Singen ergänzen sich. So ging er einst wie Sina zur Sängerin Christina Jaccard in die Gesangsstunde. Heute ein wahrer Genuss, er singt mit seiner ehemaligen Lehrerin das englische Duett «Dorian» (1999/2021), ihre Stimmen passen optimal zusammen. Fast auf Augenhöhe: Ammler Männerchor Ein harmonisches Bild: das schwarze Outfit mit Glitzer von Michael und das festliche Weiss-Schwarz des Männerchores. «Hinderem Berg» (2015) und «Tüüf underem Schnee» (2019) sind seine bekannten Mundartlieder, eigentliche Ohrwürmer, die Co-Produktion gelingt super. Weiter überzeugen die Sänger mit «Das Duell», eingeschlossen ein Knall; mit guter Diktion wird eine Rabengeschichte geschildert, Michaels Beispiel folgend singt der Chor alles auswendig. Happy-Gratulations-Birth-Day-Party Ein weiteres Mal erscheint der Männerchor auf der Bühne, diese wird zu vorgerückter Stunde eine Bühne der Stars. Als Uraufführung ertönt «Kostüm im Schnee» (siehe Seite 12 «Ein Lied entsteht»), wieder mit beeindruckender Diktion und dem ausgewogenen Chorklang. Sichtlich gerührt bedankt sich das Geburtstagskind, heute sei sein Happy-Day. Nun gilt es, mit dem 50-Jährigen anzustossen. Thomas Angehrn ehrt damit Michael mit seiner Band. Ebenso überbringt er Michael, der zum Botschafter von Amden geworden sei, diverse Ammler Spezialitäten. Michael spontan: «Mmh, ein Fresskorb.» Obendrauf liegt der Geburtstagskuchen von Ruthli, so nennt er liebevoll seine Mutter. Nicht erwartet – ein weiterer bewegender Moment – taucht Paola auf mit Blumenstrauss. Spontan singen sie zusammen ein Duett vor entfesseltem Publikum, dieses bedankt sich mit einem riesigen Applaus. Im Jahr 1980, damals erschien Paola auf dem Bildschirm an der Aeschenstrasse, begann Michaels Weg auf die Bühnen der grossen Welt. Zum Abschluss begleitet uns Michael mit «Schönster Abigstärn» (1996, Debütalbum) in die herrliche Sternennacht hinaus.

Text: Pia Staubli, Ammler Zitig
Bilder: Karin Bischof, Amden Weesen Tourismus

Herbstmarkt 2021

9/10/2021

 

Ammler Herbstmarkt

Nach einem Jahr Pause bauten wir mit besonderer Freude unsere Marktstände auf. Deutlich mehr Märktler als Jahre zuvor boten eine Vielfalt von Waren an und richtig angenehmes Herbstwetter liess uns auf gute Verkäufe hoffen.
KulturAmdens feine Grillwürste waren einmal mehr heiss begehrt. Bereits zur Mittagszeit mussten wir für Nachschub sorgen, denn es erwies sich, dass KulturAmden als einziger Stand warmes Essen anbot. Somit durften wir laut Abrechnung fast den doppelten Betrag, als ein Jahr zuvor, zugunsten der Vereinskasse verzeichnen.

Das Fli im Wandel der Zeit (1. Teil)

3/9/2021

 

Die Geschichte und Entwicklung des Fli in einem Bildervortrag

Nach zweimaligem Verschieben war es endlich so weit: Rösli Ackermann, Präsidentin von Kultur Amden und zugleich Referentin, durfte rund siebzig erwartungsvolle Gäste in der Speerhalle in Weesen begrüssen; erfreulich viele unter ihnen aus dem Fli Amden. Dessen Geschichte erwachte im folgenden Vortrag zum Leben, reich illustriert mit Dokumenten aus Archiven und Zeitungen, mit Bildern aus alter und neuer Zeit, mit Übersichtstabellen und -karten, und immer wieder gespickt mit Erinnerungen von Zeitgenossen aus dem Fli.
Die Zuhörer erfuhren, dass «Fli» das keltisch-römische Wort für «Ebene oder Ebnet» ist, und dass es unter dem Namen «Flia» erstmals in einer Besitzurkunde des Damenstifts Schänis erwähnt wurde. Dieses Kloster (814-1811), im Mittelalter kirchliches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Zentrum des Gasterlandes, war Grundeigentümerin des Flyhofs, dem Landwirtschaftsbetrieb, der das ganze Grundstück östlich des Flibachs umfasste. Dies führte zur späteren Kirchengenössigkeit der Bewohner zu Amden und dazu, dass das Gebiet 1815 der Gemeinde Amden zugeteilt worden ist.
Die Geschichte der Gasthäuser und Gewerbebetriebe erzählt vor allem die Geschichte der Menschen im Fli, der Flianer, welche im Sog der politischen und wirtschaftlichen Ereignisse und der technischen Errungenschaften die Landschaft im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten. Der aufmerksame Gang durchs Quartier führt an historischen Gebäuden vorbei, und Namen wie Sagebach und Sägeweg, Mülistrasse und Berolinastrasse erinnern an Früher. 
Immer schneller drehte sich das Rad der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die zunehmende Mobilität und das Näherrücken zur Stadt beschleunigte die Bautätigkeit und das Wachstum der Bevölkerung – auch im Fli, wie die Statistik eindrücklich demonstriert. Der bäuerliche, etwas «verschlafene» Weiler, früher im Schatten des Weltkurortes Weesen gelegen, entwickelte sich zum heute durchaus ebenbürtigen, dicht besiedelten Seequartier der Gemeinde Amden. «Es ist zu hoffen, dass dieses auch in Zukunft in seiner mediterranen Schönheit und Lebensqualität erhalten bleibt!» dies der Wunsch der Referentin zum Abschluss. 

Vorschau:
Im 1. Quartal 2022 ist der 2. Teil der Fligeschichte geplant mit den Themen
Verkehrswege zu Land und zu Wasser, Strassenbau, Naturkatastrophen und Steinbrüche.

Bad RagARTz 2021

19/6/2021

 

Besuch der Bad RagARTz 2021

Etwa 20 Personen trafen sich beim Informationszentrum in Bad Ragaz. Aufteilung in 2 Gruppen mit je einer professionellen Führerin. Die Führung dauerte gut 1.5 Stunden mit sehr vielen interessanten Hinweisen.

Aus dem Programmheft:
Materielle Dinge können unsere Seele nicht beruhigen, können unsere Fragen über das Leben keinen Sinn geben. Die Kultur und die Künste sind die Sprachen unserer Seele.
Ziel der Schweizerischen Trienale der Skulptur Bad RagARTz ist es, neue Spuren zu legen, die mehr Sein als schöner Schein bedeuten. Hier werden Glück und Kunst Geschwister und durch das Sehen, das Verstehen und das Lieben der Kunst den Weg zurück zu sich selber ebnen:  einen Weg, fernab von starren, musealen Grenzen. Kunst, die die Menschen erreicht und den isolierenden Elfenbeinturm verlassen hat.

Hier hat das Geistige eine Chance. Die Menschen wollen nicht belehrt werden – sie wollen geniessen.
<<Previous
Forward>>
    OTTO MEYER-AMDEN
    RÜTTI SEPP + CO
    FRANZ BAUMBERGER

    Kategorien

    All
    Amden Persönlich
    Ausstellung
    Comedy
    Film
    Herbstmarkt
    Literatur
    Musik
    Versammlung
    Vortrag
    Wanderung

    Archiv

    August 2026
    June 2026
    May 2026
    April 2026
    February 2026
    November 2025
    September 2025
    June 2025
    May 2025
    February 2025
    November 2024
    September 2024
    June 2024
    April 2024
    February 2024
    January 2024
    November 2023
    October 2023
    September 2023
    August 2023
    June 2023
    May 2023
    March 2023
    February 2023
    December 2022
    October 2022
    September 2022
    August 2022
    June 2022
    May 2022
    April 2022
    March 2022
    February 2022
    December 2021
    November 2021
    October 2021
    September 2021
    June 2021
    May 2021
    October 2020
    March 2020
    February 2020
    January 2020
    November 2019
    October 2019
    August 2019
    June 2019
    May 2019
    April 2019
    March 2019
    February 2019
    November 2018
    October 2018
    September 2018
    August 2018
    July 2018
    June 2018
    May 2018
    April 2018
    March 2018
    January 2018
    December 2017
    November 2017
    October 2017
    September 2017
    August 2017
    June 2017
    April 2017
    March 2017
    February 2017
    November 2016
    October 2016
    September 2016
    August 2016
    May 2016
    April 2016
    February 2016
    January 2016
    December 2015
    October 2015
    September 2015
    May 2015
    April 2015
    March 2015
    February 2015
    November 2014
    October 2014
    September 2014
    August 2014
    May 2014
    March 2014
    February 2014
    January 2014
    November 2013
    October 2013
    September 2013
    August 2013
    June 2013
    April 2013
    February 2013
    October 2012
    May 2012
    April 2012
    March 2012
    February 2012
    December 2011
    November 2011
    October 2011
    September 2011
    August 2011
    June 2011
    April 2011
    March 2011
    December 2010
    November 2010
    October 2010
    September 2010
    June 2010
    May 2010
    April 2010
    March 2010
    August 2009
    March 2009
    February 2009
    December 2008
    November 2008
    October 2008
    August 2008
    July 2008
    May 2008
    February 2008
    February 2007
    December 2005

Für den Newsletter anmelden

Kontakt | Impressum

Kultur Amden (Verein)
Dorfstrasse 22
8873 Amden, Schweiz
Telefon: +41 58 228 28 30
Hinweise zum Datenschutz
  • Programm
  • Verein
    • Mitgliedschaft
    • Versammlung
    • Vorstand
  • Partner
  • Archiv
    • AmmlerBrugg >
      • Medienberichte
    • Otto Meyer-Amden
    • Rüti Sepp & Co.
    • Franz Baumberger