Der sechste Kontinent in BetlisWohl kaum einer käme auf den Gedanken, dass sich direkt unter unseren Füssen ein weit verzweigtes Flusssystem durch den Fels zieht. Der Eingang zum sechsten Kontinent – wie die Höhlenforscher zu sagen pflegen – liegt im Falle der Churfirsten in Betlis.
Christian Steiner ist Höhlentaucher und hat sich mit viel Pioniergeist und dem Drang, Geheimnisse zu lüften, etwa 100 Male in die Höhle begeben. Beim Abendspaziergang durch Betlis erzählte er von seinen Abenteuern in der Rinquelle und versuchte, uns den sechsten Kontinent zu erklären. Seine Faszination für diese Höhle war offensichtlich. Jugendliche lesen GeschichtenNach den Erfolgen mit "Männer lesen" und "Frauen lesen" waren nun die Jungen an der Reihe. Die Oberstufe Amden-Weesen führte ein selbst komponiertes Theater auf und 3 junge Erwachsene des Clubs "Schibechnölli" lasen aus einem Buch. Toller Anlass.
Etwa 12 Jugendliche der Oberstufe Weesen/Amden führten ein Theater auf und zwar in Englisch (!). Die Geschichte „Penelope von Hallenstein“ stammt von 2 Schülerinnen Alexandra Müller und Alina Niggli. Das Werk umfasst 50 Seiten – grossartig. Die beiden Autoren schrieben alles selbst und musste nur geringfügig von einem Englischlehrer korrigiert werden. Die Geschichte handelt von der 16 jährigen Penelope, die 4 Monate ihres Lebens tagebuchartig beschreibt. Die beiden Autorinnen lasen abwechslungsweise aus ihrem Buch. Die verschiedenen Szenen von Glück, Neid, Freundschaften, Tanzabenden, Unfälle wurden theatralisch von den Mitschülern gespielt. Auch sie sprachen nur Englisch und erst noch alles auswendig !! Eine Cellistin untermalte Szenen oder begleitete die Lieder. è Tolle Leistungen von diesen Jugendlichen Im zweiten Teil lasen 3 Erwachsene des Clubs „Schibächnölli“ aus einem Buch: Michel Büsser wählte ein Buch von Thorsten Havener „Ich weiss, was Du denkst“. Die Geschichte handelt von einem Dolmetscher, der nicht nur die Sprache der Person, sondern viel von seinem Charakter „sieht“. Junge sehen viel mehr bei anderen Personen als ältere Leute, da diese durch ihre Erfahrungen und Erlebnisse Scheuklappen aufbauen. Ein sehr interessantes Thema. Es ist faszinierend, dass ein junger Erwachsener sich für ein solches Thema interessiert. Nanette Jöhl las aus dem Buch „100 Jahre Tourismus in Amden“ vor und zwar aus dem Kapitel über den Aufstieg von Amden als Wintersportgebiet: „Mit kleineren Kellen rühren, dafür mit Herz und Seele“ lautete das neue Rezept der Skiliftgesellschaft Amden und führte zum Erfolg: Am 27. Dezember 1953 wurde der Skilift zur Alp Walau eröffnet. Weitere Lifte folgen in den Jahren 1955 und 1960. Amden erfreut sich einer bedeutenden Steigerung der Gästefrequenz im Winter. Nanette erzählte auch von Schwierigkeiten: Bereits im Januar 1954 zerstörte eine Lawine 2 Masten. Remo Fischli las aus dem Buch „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ von Hakan Nesser. Ein schwedischer Kriminalroman, der auch verfilmt wurde. Es handelte sich um eine attraktive Lehrerin, die verlobt ist, sich aber trotzdem auf eine leidenschaftliche Affäre einliess. Der Mord an ihrem Verlobten wurde nie aufgeklärt, nur der Leser kennt am Schluss des Buches den Mörder. Textile Kunst entdeckenMia Stauber begrüsste die Anwesenden und stellte die Museumsleiterin Yvonne Hönegger vor. Anschliessend besuchte die Gruppe die beiden Ausstellungsräume unter kundiger Führung von Yvonne. Christa Dallinger verwandelt feinste Stoffe in grosse und kleine Kunstwerke. In der Quilt-Szene geniesst sie hohe Anerkennung. Ihre Arbeiten erinnern an Textilkunst aus Afrika und Südamerika. In den Medien wurden auch Bezüge zu Hundertwasser und zu Werken der Zürcher Konkreten hergestellt. Barbara Eichmüller kreiert aussergewöhnliche Geschenke und Dekors in verschiedenen textilen Arten. Sie bezeichnet sich als kreative Schafferin mit Herz und Hand. Aus nichts oder wenig etwas zu schaffen, bedeutet für sie Kreativität.
Film „Still Alice“Zunächst sind es nur Kleinigkeiten, die kaum Jemandem auffallen. Bei einem Vortrag fällt Professorin Alice Howland plötzlich ein Wort nicht mehr ein. Später verliert sie beim Joggen die Orientierung, obwohl sie die Strecke gut kennt. Alice ahnt, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Aber die Diagnose ist trotzdem unerwartet und erschütternd. Alice leidet unter einer seltenen Form von frühem Alzheimer. Der Film ist schlicht grossartig und eindrücklich. Die Hauptdarstellerin Julianne Moor erhielt für ihre Leistung den Oscar.
Wie war das, als wir Schweizer auswandertenDer Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Interesse an den Ausführungen des renommierten Historikers war riesig. Was Prof. Kreis mit Blick auf die Gegenwart erkennt, ist ein nicht vorhandenes generationsübergreifendes Verständnis. Bloss weil die Schweiz im 19. Jahrhundert eine Viertelmillion Wirtschaftsflüchtlinge an die Welt abgegeben habe, führe dies keineswegs zu heutiger Akzeptanz. Dies gehe so weit, dass ehemalige Auswanderer, die zu Einwanderern würden, bisweilen kaum Verständnis für spätere Immigranten aufbringen! Das Armenhaus "Schweiz" im 19. Jahrhundert war auch das Thema von Xaver Bissig, der aus seinem Buch über Weesen vorlas. Anfangs des 19. Jahrhunderts wanderten 10% der Weesner aus nach USA und Kanada. Man gab ihnen Geld für die Reise. Die Auswanderer mussten unterschreiben, dass sie nie mehr zurückkehren!
Xaver Bissig beschrieb die Abenteuer und Probleme der Reise der Auswanderer zuerst an die Atlantik Küste und danach die grauenhaften Zustände auf dem Schiff. 10. Mitgliederversammlung 2016Nach den üblichen Traktanden führte der Archivar Hannes Bühler anhand einer power point Präsentation die Anwesenden durch die vielen Highlights der vergangenen Jahre. Nach der Jahresrechnung (einstimmig angenommen) standen die Wahlen im Vordergrund. Unsere Präsidentin Kathrin Bischofberger erklärte aus beruflichen Gründen ihren Rücktritt, was von allen bedauert wurde. Die anderen Vorstandsmitglieder wurden wieder gewählt. Das Amt der Präsidentin / des Präsidenten ist vakant. Man hofft auf eine baldige Lösung.
Nach dem offiziellen Teil spielten die Stockberg Buebe zum Tanz auf. Flüchtlinge aus Europa: Lehren aus der GeschichteMigrationsrechtler Alberto Achermann referierte am 11. Februar im Gallussaal über Flüchtlinge in Europa. Er zeigte auf, wie das Flüchtlingsproblem früher gehandhabt wurde, wann das Asylgesetz in Kraft trat und welche Massnahmen heute erforderlich sind.
Es braucht mehr Absprachen zwischen den Staaten und keine nationalen Alleingänge. Dies ist ein Schluss, den Alberto Achermann, Professor für Migrationsrecht an der Universität Bern, aus seinem geschichtlichen Rückblick auf den Flüchtlingsbegriff zieht. Um die Flüchtlingskrise zu bewältigen, müssen seiner Meinung nach Verfahren vereinfacht, Schutzbedürftige kollektiv aufgenommen und die Rückkehr gefördert werden. Darin habe die Schweiz mit Bosnien grosse Erfahrungen gemacht. Der schweizerische Flüchtlingsbegriff muss vereinfacht werden, ist Achermann überzeugt. Er wird im Asylgesetz unter Art. 3 definiert. «Der Flüchtlingsbegriff ist hochkompliziert und interpretationsgefährdet», sagte er. Wie es zu jener Definition kam, zeigte Achermann in seinem Rückblick auf. Gemäss Bundesverfassung 1848 herrschte gegen auswärtige Staaten Freizügigkeit unter Vorbehalt des Gegenrechts. Globale Probleme gab es wegen der weltweiten Freizügigkeit deshalb nicht. Krisen aber dennoch. Während der europäischen Revolutionen im Jahr 1849 kam es zu einer Fluchtbewegung in die Schweiz aus Italien, Frankreich, Deutschland, Ungarn und Österreich. Migration war Thema Nummer eins. Es gab Widerstand aus der Bevölkerung, Abwehrmassnahmen und Rückkehrunterstützung. «Alle Elemente der Krise kamen damals schon vor», sagte Achermann. Schweiz war Transitland Nach dem Ersten Weltkrieg endete die Freizügigkeit. «Das weltweite Flüchtlingsproblem entstand», sagte Achermann. Der Völkerbund hielt Flüchtlingskonferenzen ab und stellte Reisepässe aus. Flüchtlingsschutz gab es nicht. Zu Zeiten der Judenverfolgung 1938 an der Konferenz im französischen Evian habe kein Staat die Juden aufnehmen wollen. Die besondere Verletzlichkeit von Flüchtlingen wurde deutlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1951 das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge an der Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet. Die Schweiz – früher Transitland – übernahm die Flüchtlingsdefinition 1979 in ihrem Asylgesetz. Elemente des Flüchtlingsbegriffs sind beispielsweise Verfolgung wegen Religion oder Rasse. «Syrer sind in diesem Sinne keine Verfolgten, sie leben nur dummerweise am falschen Ort», erläuterte Achermann. Sie werden darum auch nur vorläufig aufgenommen. «Ob diese Haarspalterei zeitgemäss ist?», fragte er. Für Achermann ist es an der Zeit, einen weiteren Flüchtlingsbegriff zu definieren. Spontane Flucht stoppen Weiter sprach er über die Konferenz 1989 betreffend Massenflucht von Personen aus Indochina oder die gescheiterte Bosnien-Konferenz 1992 in Genf mit tragischen Folgen in Srebrenica. Lehren, die er daraus für die heutige Krise ableitet: Die internationale Gemeinschaft sei gefordert, Ausreiseprogramme könnten eine spontane Flucht stoppen. Eine Syrien-Flüchtlingskonferenz, den Einbezug der Türkei, des Libanon und von Jordanien oder eine Reform des Dublin-Abkommens sieht er als weitere Möglichkeiten. Über 60 Besucherinnen und Besucher verfolgten am Donnerstagabend Achermanns Vortrag. Organisiert wurde der Anlass vom Verein Kultur Amden. «Um das gute Einvernehmen in der Gemeinde zu fördern», sagte Vorstandsmitglied Marco Badilatti. Dazu gehörten auch Asylsuchende. «80 Menschen aus verschiedenen Ländern leben seit dem 4. Januar im ehemaligen Kurhaus Bergruh konfliktfrei zusammen», sagte Stefan Trachsel, Leiter des Asylzentrums, der ebenfalls an¬wesend war. SCHWEIZERISCHER FLÜCHTLINGSBEGRIFF Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen. Zeitzünder – LesungIn seinem spannenden Familiendrama, das in Amden als Lesung geboten wird, ging der ortsansässige Publizist Marco Badilatti am Beispiel des Rüstungsgeschäfts dem Konflikt zwischen Wirtschaft und Ethik nach. Ein Fabrikant in zweiter Generation ist zu Reichtum und Ansehen gelangt, vermeintlich durch tugendhaften Fleiss. Gäbe es da nicht Fakten, die auf anderes hindeuten. Ins Thema führte eine Ausstellung ein. Neben dem Autor wirken die Schauspieler Franziska von Fischer, Katrin Segger und Florian Steiner sowie der Fotograf Jürg Gasser mit.
Der Beginn der Lesung thematisierte vor allem die Vater-Sohn Problematik des Fabrikanten. Da das Geschäft schlecht lief, musste die Firma auch Zeitzünder für die Kriegsindustrie herstellen. Das Drama endete mit dem Tod der Tochter des Fabrikanten im Ausland durch eine Bombe mit dem Zeitzünder ihres Vaters! Nach der Beendigung der Lesung herrschte betretenes Schweigen bevor der Applaus für die grossartigen Künstler zaghaft begann. Es war ein sehr emotionaler Abend. amden meets: Harald Atmannspacher am Samstag 19. DezemberGut 50 Besucher lauschten dem Wissenschaftler Harald Atmanspacher zu, der seit einigen Jahren in Amden lebt. Auf der Einladung schrieb er:
„Mit Leib und Seele“, so sagt man ja, wenn jemand ganz bei der Sache sei, ohne Ablenkung, voll konzentriert. Aus der Sicht von Philosophie und Wissenschaft ist es bis heute unklar, wie die beiden eigentlich zusammenhängen. Erst seit etwa 30 Jahren gibt es eine Reihe von Forschungsprojekten, die sich damit beschäftigen und kleine Fortschritte gemacht haben. Harald begann seinen Vortrag mit dem französischen Philosophen und Mathematiker René Descartes, der 1619 mit dem Satz „cogito ergo sum“ („ich denke, also bin ich“) berühmt wurde. Er postulierte eine strikte Trennung zwischen Geist und Materie. „Ich ziehe den Geist aus der Materie. Die strikte Trennung von Geist und Materie lässt sich sofort wiederlegen, da unsere Gedanken unseren Körper beeinflussen. Gedanken können Stress auslösen, was sich in Schweissausbrüchen zeigt. Die Nobelpreisträger Pauli und Jung erarbeiteten eine gemeinsame Vorstellung: es gibt eine unteilbare Realität, die über der Materie oder dem Geist steht. „Kunst“ – oder wie Männer miteinander umgehen Das Stück heißt „Kunst“. Es stammt von Yasmina Reza, der französischen Dramatikerin, die so leichte Komödien schreibt, dass man gar nicht merkt, wie schwer sie sind und wie sie die Welt verändern. In „Kunst“ „brennt“ ein rein weißes Bild (1,20 x 1,60 Meter groß) ein Loch in die Welt, das drei Männer, Marc (Luftfahrtingenieur), Serge (Hautarzt) und Yvan (Papierhändler) verschluckt, beziehungsweise deren Beziehung. Seitdem ist dieses weiße Bild das berühmteste, monochrome Malmachwerk der Theatergeschichte. Es geht in „Kunst“ nicht um Kunst.
Es geht um eine Welt, wo eine weiße Fläche von 1,20 x 1,60 Meter, die Serge für 200000 Francs gekauft hat, eine Welt aus Freundschaft, Liebe und Vertrauen ins Chaos stürzt. Dies führt zu Schlägereien, Weinkrämpfen, Wutausbrüchen („Für diese Scheiße hast du 100000 bezahlt?“), gegenseitigem Ehefrauenschlechtmachen („Du sprichst nur deshalb von Paula, einer Frau, die mein Leben teilt, in diesen unerträglichen Worten, weil du die Art, wie sie den Zigarettenrauch verscheucht, missbilligst?“) und einem womöglich geplatzten Trommelfell. Die etwa 25 Besucher im Rössli waren begeistert von diesem köstlichen Theaterstück und von den Schauspielern Dietrich Schultz (Serge), Krishan Krone (Ivan) und Marco Badilatti (Marc). |
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August 2026
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