Herbstmarkt am 9. OktoberDer Anlass fand bei schönstem Herbstwetter stand, so dass auch etliche Touristen zu Besuch kamen und unseren Verpflegungsstand sowie die Kunstgegenstände begutachteten.
Glückliche und fröhliche Erika Schärer trotz mässigem Verkaufserfolg. Der Verein Kultur Amden erfreute die Besucher einmal mehr mit den besten Würsten den besten Weinen, dem besten Kaffee und dem fantastischen Risotto, das sehr rasch zu Neige ging. In der Aula der Kantonsschule Glarus referierte Dr. Alfred Stöckli am 20. September über den berühmten Glarner Fritz Zwicky. Alfred Stöckli ist der Kurator der Zwicky Stiftung und konnte daher aus dem Vollen schöpfen. Es war für alle spannend, weil auch seine Frauengeschichten thematisiert wurden!
Der Schweizer Astrophysiker und Raketenforscher Fritz Zwicky (1898-1974) gehörte zu den Wegbereitern neuer astronomischer Ideen im 20. Jahrhundert. Er wirkte am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena und leistete als Forscher, Entdecker, Erfinder und Morphologe Hervorragendes. Unter Astrophysikern gilt er als Vater der «dunklen Materie» des Kosmos. Deren Existenz sagte er bereits 1933 voraus. Heute wird weltweit danach geforscht. Mit einfachen Geräten für die Himmelsbeobachtung entdeckte Zwicky 123 Supernovae. Auch war er ein erfolgreicher Galaxienforscher. Als Raketenforscher erwarb er sich grosse Verdienste. Unter seiner Leitung gelang den Amerikanern 1957 der erste Schuss eines künstlichen Objektes in den Weltraum. Zwicky war kein einfacher Mensch. Er blieb seiner Natur als Glarner und Bergler treu. Gelegentlich provozierte er. Die ihm angebotene amerikanische Staatbürgerschaft lehnte er ab. Seine Ideen waren unkonventionell und immer wieder genial. Er erfand den «Morphologischen Kasten», eine heute weltweit angewandte Kreativitätsmethode. Sein Lebenslauf ist spannend, voller Überraschungen und reich an Anekdoten. Stöckli hat mit Roland Müller zusammen 2009 ein neues umfassendes Buch über Zwicky herausgegeben. Der Film „Der Fluss der Zeit“ (Rivers and Tides) zeigt das Schaffen des bekannten Land-Art Künstlers Andy Goldsworthy. Es ist unglaublich, wie der Künstler aus einfachsten Materialen der Natur wie Steine, Aeste, Blumen und Blätter, Wasser und Eiszapfen die tollsten Kunstwerke erschafft. Oft sind diese Gebilde nur kurzlebig und werden von der Natur bald wieder verschluckt.
Der 90 min Film war sehr schön; allerdings für uns Zuhörer etwas unbequem auf den harten Bänken im Stall von Wisi Zahner. Die Filmvorführung bei leichtem Stallgeruch war auch etwas ungewohnt! Oben ist ein grosses Ei aus Stein. Im Film verschwand es in der Flut und entstand neu bei Ebbe oder es wurde von Pflanzen überwuchert. Die Skulpturen aus Eiszapfen sind speziell, besonders wenn sie von den ersten Sonnenstrahlen erreicht werden. Bei Flut begann dieses Gebilde aus Aesten in das Meer hinaus zu schwimmen und drehte sich in den Strudeln. Allen Spaziergängern fällt das merkwürdige Chalet auf zwischen dem Restaurant Paradiesli und der Kapelle in Betlis. Der Garten ist voller Figuren, die aus dem Boden hervorschauen oder sich in Gebüschen verstecken oder auf den Bäumen hängen. CD Scheiben, die mit einem Faden an Büschen befestigt sind, funkeln je nach Sonnenschein und Wind in ganz verschiedenen Farben. Wohnt ein Spinner hier mit komischen Ideen? Nein, nein hier wohnt die ganz liebenswürdige Frau Rosmarie Nüssli. Sie hat sich freundlicherweise bereit erklärt, uns ihren „Zaubergarten“ zu zeigen.
Rosemarie Nüssli ist Kinderärztin und hat später noch Kinder Psychiatrie studiert. Sehr eindrücklich war ihr Aufenthalt im Vietnam Krieg, wo sie verletzten Kindern half. Beeindruckt hat sie die ganz einfachen Spielzeuge, die aus Holz, Steinen oder Abfall gefertigt wurden. Dies hat sie inspiriert, ihren Garten auch so zu schmücken. Ihre Kunstwerke sind nicht perfekt; sie sollen auch nicht! Perfekt ist eher langweilig und man kann daran nichts mehr ändern! Liebevoll wurden wir verwöhnt mit Speis und Trank. Die Brötchen auf dem Fabeltierrücken mit Blumensträusschen auf den Ohren waren schon speziell. Liebe Rosemarie, nochmals herzlichen Dank! Anschliessend führte uns Frau Nüssli durch ihren Zaubergarten, zeigte und erklärte uns die verschiedenen Figuren. Frau Margrit Kramis unterhielt uns auf dem Klavier mit Stücken, die auch Frau Nüssli gelernt hat – vielen Dank Margrit! Am Samstag 15. Mai trafen sich etwa 40 Personen zum kunsthistorischen Streifzug. Dr. Stefan Paradowski schilderte im Rössli sehr spannend, was vor 100 Jahren in Amden realisiert werden sollte. 1902 gründete Josua Klein die Kolonie Grappenhof. Das wunderschöne Amden eignet sich, ein „Gottesreich auf Erden“ zu erschaffen. Amden sollte ein Wallfahrtsort werden. Josua Klein kaufte viel Land und Häuser und wurde zum grössten Bodenbesitzer Amdens. Er liess die Gebäude renovieren und errichtete den Grappenhof, wo zeitweise bis 40 Leute wohnten. Weiter plante er eine Bahn auf den Speer und verschiedene Tempelgebäude in Amden.
1903 holte Klein den deutschen Künstler und Weltverbesserer Fidus nach Amden. Fidus war eine Ikone der Jugendbewegung und verschrieb sich einer naturgemässen und vegetarischen Lebensweise. Ebenso lehnte er den Kapitalismus und den Kommunismus ab. Fidus entwarf für das Gebiet Grappen einen grossen „Tempel der Eisernen Krone“, ein tolles Gebäude im Jugendstil. Anstelle einer Treppe war eine Rampe vorgesehen. Eine Rampe kann man mit hocherhobenem Kopf besteigen und ermöglicht das genaue Betrachten des Gebäudes. Bei einer Treppe muss man stets nach unten blicken, um nicht zu straucheln – interessantes Detail. Für Betlis entwarf er den „Tempel der Erde“. Das Innere des Tempels schmückte die Figur „Herr der Erde“. Weiter plante Fidus in Amden den „Tempel der Tat“, ein monumentaler Bau von 30 m Höhe. All diese Bauten der Weltverbesserer wurden nicht realisiert. Das Projekt scheiterte 1906 wegen Geldmangels. Josua Klein übersiedelte in die USA. Nur wenige Jahre später erwachte eine neue Künstlerkolonie in Amden. Der Maler Hermann Huber kam 1911 nach Amden und holte 1912 Otto Meyer ins Bergdorf. Weitere Maler wie Albert Pfister, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Johannes Iten besuchten Amden. Otto Meyer-Amden (er gab sich den Namen selbst als Zeichen seiner Verbundenheit mit dem Dorf) weilte bis 1928 in Amden und schuf hier seine Hauptwerke. Stefan Paradowski verstand es ausgezeichnet, in der begrenzten Zeit die verschiedenen Künstler vorzustellen. Anschliessend marschierten die Besucher über die Schlucht zum Wohnhaus von Otto Meyer-Amden im Faren. Dann spurteten wir zum Lehni Rank, wo der AWA Bus volle 6 Minuten wartete auf den letzten Wanderer! AWA = super flexibel. Giovanni Giacometti, Bündner Kunstmuseum Chur am 17. AprilMit insgesamt 84 Werken aus Museums- und Privatbesitz wurde der Fokus der Ausstellung ganz auf die geniale, vibrierende Lichtorchestrierung von Giovanni Giacometti gerichtet. Es ging dem Künstler primär um die Wiedergabe und Intensivierung der Licht- und Farbwirkung, die er durch das Nebeneinandersetzen von Pinselstrichen mit ungemischten, oft komplementär gewählten Farben erreichte. Giovanni Giacometti gehört neben Ferdinand Hodler, Cuno Amiet und Félix Vallotton zu den führenden Schweizer Künstlern, die zwischen Impressionismus und Fauvismus, vergleichbar mit dem im deutschsprachigen Raum später gewachsenen Expressionismus, wesentliche Neuerungen der Moderne weiterentwickelt haben. Giovanni Giacometti aus Stampa / Bergell besuchte ab 1886 in München die Kunstgewerbeschule. Während der Ausbildung lernte er Cuno Amiet kennen, mit dem er eine lebenslange Freundschaft pflegte. Mit Amiet zog er nach Paris, bis ihn Geldmangel 1891 zur Rückkehr ins Bergell zwang. Giacometti lernte da Giovanni Segantini kennen, der sein Mentor wurde. Zusammen mit den Kindern Alberto, Diego, Ottilia, und dem jüngsten Sohn Bruno zog die Familie 1904 nach Stampa in ein Haus, dessen Stall Giovanni Giacometti als Atelier nutzte. Alle drei Giacometti-Brüder sollten im Kunstbereich tätig werden: Alberto und Diego im Bereich der Malerei, Skulptur und des Designs, Bruno als Architekt. Fioritura (der Ausdruck der grossen Sehnsucht nach Familie) Die Kinder standen ihrem Vater lieber Modell, statt Kühe zu hüten !! Immer wieder malte Giovanni Menschen bei der Landarbeit. Heuernte in der Phantasie Giacomettis wurde das enge Tal zur weiten Ebene. Trotz garstigem Wetter erschienen zahlreiche Mitglieder des Vereins. Der Abend begann mit einem Apéro und feinem Gebäck aus der Küche von Silvia und André Rüedi. Die intensiven Diskussionen und Gespräche mussten fast gewaltsam unterbrochen werden, um die Jahresversammlung starten zu können.
Nach den Traktanden Begrüssung, Wahl von 2 Stimmenzählern, Protokoll, Jahresbeiträge liess der Archivar Hannes Bühler die Anlässe von 2009 mit einer Power Point Präsentation nochmals aufleben. Die Anlässe waren ein toller Erfolg mit schönen und interessanten Erlebnissen. Nach der Pause zeigte Hanspeter Paoli einen Film über den Künstler Bruno Weber, der in Dietikon eine Phantasie-Welt aufgebaut hat. Er hatte viele Probleme mit den Behörden; zweimal standen bereits die Bagger vor seinen Gebäuden. Heute ist sein Gebiet offiziell ein Freiraum ohne Baugesetze. Toll dass dies möglich ist. Der Verein Kultur Amden wird eine Führung organisieren. Wir freuen uns, diese Zauberwelt in natura zu erleben! 4. Mitgliederversammlung 2010Trotz garstigem Wetter erschienen zahlreiche Mitglieder des Vereins. Der Abend begann mit einem Apéro und feinem Gebäck aus der Küche von Silvia und André Rüedi. Die intensiven Diskussionen und Gespräche mussten fast gewaltsam unterbrochen werden, um die Jahresversammlung starten zu können.
Nach den Traktanden Begrüssung, Wahl von 2 Stimmenzählern, Protokoll, Jahresbeiträge liess der Archivar Hannes Bühler die Anlässe von 2009 mit einer Power Point Präsentation nochmals aufleben. Die Anlässe waren ein toller Erfolg mit schönen und interessanten Erlebnissen. Nach der Pause zeigte Hanspeter Paoli einen Film über den Künstler Bruno Weber, der in Dietikon eine Phantasie-Welt aufgebaut hat. Er hatte viele Probleme mit den Behörden; zweimal standen bereits die Bagger vor seinen Gebäuden. Heute ist sein Gebiet offiziell ein Freiraum ohne Baugesetze. Toll dass dies möglich ist. Der Verein Kultur Amden wird eine Führung organisieren. In unserer näheren und weiteren Umgebung gibt es keinen schöneren Ort als Mariasee in Weesen für eine Vernissage. Hanspeter Paoli machte dies möglich. Das alte und ehrwürdige Mariasee wurde geputzt und geräumt. Viele Räume vom Parterre bis Dachgeschoss dienten als Bühne für die wunderschönen und eindrücklichen Bildern von Patrick Lo Guidice. Durch die Vernissage führte Herr Gernot Mair. Man hätte ihm stundenlang zuhören können; kompetent, einfühlsam und teils überraschend führte er uns in die Geheimnisse der Bilder ein. Die Bilder wurden durch ihn wie lebendig. Die Führung begann bei den ersten Versuchen des Künstlers mit der heute seltenen Technik der Enkaustik, wobei Wachs mit gebundenen Pigmentteilen auf den Untergrund aufgetragen wird. Dies gibt den Bildern diese einzigartige Ausstrahlung und Oberfläche. Beim längeren Betrachten kann man sich in diesen Kunstwerken „verlieren“ …
Patrick ist international bekannt geworden mit seinen Bildern aus dem sizilianischen Mafia-Umfeld bei seiner Ausstellung in Zürich. Die Mafiathemen liegen in der Familiengeschichte des Künstlers begründet, die als Opfer der Mafia in die Schweiz kamen. Diese Bilder sind meist politisch und zeigen Mafiabosse, Prozessionen oder einen ins nebulöse Nirgendwo entschwebenden Sarg: Besonders eindrücklich sind seine neusten Werke: die 13 Apostolinen. Hoffentlich findet die entsprechende Vernissage in einer katholischen Kirche oder einem Kloster statt Der Eismensch, eines seiner ersten Enkaustik Bilder Der Kleine ist fröhlich; seine Schwester kennt bereits das Elend der Mafia … Am 5. August zeigte der Verein Kultur Amden im Hotel Rössli den eindrücklichen Film über den holländischen Maler Vincent Van Gogh, dies aus Anlass zur grossen Ausstellung in Basel. Nach einer kurzen Einführung durch Erika Schärer starrten die nahezu 30 Anwesenden gebannt auf die Leinwand. Die impulsive und leidenschaftliche Art von Van Gogh wurde exzellent dargestellt durch Kirk Douglas, der für seine schauspielerische Leistung für den Oscar nominiert wurde. Man erlebt hautnah, dass Genie und Leidenschaft auch viel Leid verursachen kann. So waren seine Beziehungen zu Frauen stets von kurzer Dauer. In gleicher Weise zerstörte Van Gogh die Beziehung zu seinem bestem Freund, dem Maler Paul Gauguin. Aus Frust schnitt sich Van Gogh ein Ohr ab! Unvergesslich bleiben seine Bilder, vor allem jene aus dem sonnigen Südfrankreich, die eine unglaubliche Intensität ausstrahlen. Im Film gehen die kräftigen Naturaufnahmen fliessend in die Gemälde van Goghs über, die immer wieder in Überblendungen eingeschoben werden. Die Ausstellung in Basel dauert bis 27. September 2009 |
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